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Hudeln macht blad und depressiv

hudeln hat mich an die Stellen in meinem Leben gebracht, die tendenziell Oasch sind.

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Aktuell reflektiere ich viel. Schriftlich. Weil, wenns schriftlich ist, dann zählt es auch. Vor allem dann, wenn es mit teuren Füllfedern in überteuerte Notizbücher getaglt wurde. Und sind wir uns ehrlich, dieser Blog ist ja auch nix anderes wie die öffentliche zur Schau Stellung meiner Reflexionen. Ob dir das immer was bringt ist mir dabei manchmal offen gestanden ziemlich Powidl. Ich find mich nämlich saugeil, wenn ich wieder auf ein limitierendes Muster komm, dessen Auflösung mir das Leben leichter macht. Blöderweise haben das Andere oft schon viel früher als ich an mir wahrgenommen. Wenn ich da drauf komme find ich mich dann wieder nur so semi-geil.

Und was kommt da raus beim regelmäßigen Hirngewichse … ähhh, bei der selbstreflektiven Schau nach innen?

Aktuell die Erkenntnis, dass mich hudeln (für die Bundesdeutschen die sich hier hin verirren: „eilen“) an die Stellen in meinem Leben gebracht hat, die tendenziell Oasch sind und waren.

leben in balance

Ständig auf 5.000 Touren

Mental ist die Hudelei deswegen schwierig, weil ich dadruch ständig unter Druck stehe. Ein lieber Kollege und der mich temporär auch gecoacht hat meinte zu mir: „Du bist ständig auf 5.000 Umdrehungen. Ich wünsch dir, dass du irgendwann mal an die Stelle kommst, wo die Leute sagen: Ja, der ruht in sich selbst.“. Zack, das saß! Schließlich hab ich 4 Jahre Dauercoaching, eine Therapie und die Ausbildung zum systemischen Coach hinter mir. Ich bin verfickte Scheiße nochmal Dr. Dr. Selbstreflektiert! Aber er hatte natürlich recht.

In your face Corona!

Ich hudle dauernd:
Jemand will einen Termin? Zwick ich kurzfristig rein.
Seminartermin nächste Woche? Kein Problem, mach ich.
Todo-Liste für heute hat 25 Punkte. Klar schreib ich mir noch 5 dazu.
Telefon läutet, aber ich bin wo drinnen. Wegdrücken, ignorieren? Niemals.
Pandemie bricht aus. Binnen 2 Tagen hab ich vorgesorgt für Plan A, B, C und D. Inklusive finanziellem Forecast für 3 Szenarien. In your face Corona! Nicht mit mir! Blöd nur, dass daheim rumsitzen völlig ausreichend war und das braucht keine ToDo-List, wie wir alle feststellen durften.

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Introversion

Introvertiert sein, bedeutet nicht gschreckt sein.

Anti-Hustle for life

Ich merke schon länger – nicht erst in den letzten beiden Wochen seit dieser Blog läuft – dass ich die Dauerbelastung, die in der an sich selbst aufgeilenden Hustle-Szene propagiert wird nicht verknuspere. Ich brauch regelmäßig Low-Life Phasen, in denen mir bestenfalls scheißfad wird. Dann kommt nämlich die Inspiration und damit die Motivation. Und das geht. Auch als Selbstständiger. Soll ich euch was verraten? Von Oktober bis Dezember, am Ende meiner Depression habe ich für meine Verhältnisse echt wenig gearbeitet. Ich hab die Zeit für meine Neuaufstellung genutzt, entschleunigt, Prioritäten gesetzt, die neu gewonne Perspektive und Energie genutzt. Nur für mich. Für keinen Kunden. Im Gegenteil ich hab sogar Kunden rausgeschmissen die meine Ansprüche nicht erfüllt haben. Genau! MEINE Ansprüche, als Dienstleister. Seither mach ich nur mehr Projekte die mir auch taugen, nicht weil jemand glaubt er braucht einen gschissenen Lieferanten. Ich arbeite nur mehr mit Partnern..

In dieser Zeit ist auch die Entscheidung für den Einstieg bei Medikcal gefallen. Und wisst ihr noch was? Es ist keiner Sau aufgefallen, dass ich maximal bis Mittag produktiv war. (In der Depression wars eigentlich auch nicht mehr, zwecks keine Kraft). Im Gegenteil, mir wurde immer noch erzählt wie präsent ich nicht bin. Soviel zu „selbst und ständig“. Was für ein Bullshit! Ich kann den fetzndeppaden Spruch nimmer hören. Wir machen uns die Realität selbst, auch als Selbstständige und sind es uns (und unseren Kunden) schuldig, dass wir uns nicht in die Erschöpfung reinhustlen in der dann nix mehr geht. Ist dann nämlich nimmer instagramable kann ich euch versichern.

Diese Low-Life Phasen  bringen mir den Zugang zu klaren Gedanken. Ich liebe es langsam zu denken. Seit etwa 4 Monaten weiß ich – dank teurem aber fundiertem Persönlichkeitsprofiling – was eh immer klar war. Ich habe eine stark introvertierte Neigung. Das heißt jetzt nicht, dass ich irgendwie gschreckt wär und mich im Kammerl vor Menschen verstecke. Wär auch irgendwie eine Fehlentscheidung dann Trainer, Vortragender und Berater zu werden. Ich stehe regelmäßig vor Leuten, manchmal im Rampenlicht auf Bühnen – die wenigsten werden mich da als in mich gekehrt beschreiben und ich genieße diese Auftritte sehr. Introvertiert sein heißt, dass ich meine Energie im Innen finde und nicht durch andere Menschen. Ganz im Gegenteil, soziale Events ermüden mich schnell und ziehen mir Energie.

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Niveaulimbo der schlaucht

Ich hudle mich also nicht von einem faden Stehttisch-Event zum nächsten um mein Netzwerk mit wenig authentischem Businesstalk konkurrenzfähig zu halten. Ich brauch auch die Fußball-Sauferei samt einschlägiger Konversationsthemen (in Österreich: Biersorten und warum alle außer der gewählten Hausmarke inakzeptabel sind, irgendwas gegen Ausländer, irgendwas Sexistisches, irgendwas Homophobes und warum die die grad nicht da sind deppad sind) unter vagen Bekannten nicht. Mich schlaucht das, nicht nur aber auch wegen dem oft vorherrschenden Niveaulimbo. Ich fühl mich in der kleinen Runde wohler. Nach einem Seminartag freu ich mich nicht aufs socialisen an der Bar, sondern aufs Hotelzimmer wo ich allein runterkommen kann.

gustatorische Erfolge

Ich Dillo ich.

Aber auch gustatorisch hat mir das Hudeln zu große Erfolgen beim Erreichen neuer Gewichtsklassen verholfen. Ich Dillo ich. Nach einem anstrengendem Tag noch kochen? Ne, von unterwegs den Pizzaservice angerufen, damit die Pizza da ist, wenn ich einparke. Schmeckt, geht schnell, pippifein. Alle happy, besonders der Nachwuchs. Kurzfristig. Langfristig hieß das dann halt 130kg auf der Waage, eine beschissene körperliche Belastbarkeit und dauernd zu enge Kleidung. Von der Vorbildwirkung für den Vierjährigen will ich gar nicht erst anfangen, da schäm ich mich sogar ein bisschen. Also auch irgendwie kein Zukunftsmodell.

Ich bin furchtbar ungeduldig, ein Thema das auch in meiner Therapie immer wieder als Muster aufgetaucht ist. Das geht soweit, dass es mir auch zu lange dauert, wenn ich im Supermarkt die Reinschieb-Leberkässemmeln ordern will und tatsächlich drauf warten muss, wenn ein anderer Kunde vor mir fertig bedient wird. Wenig überraschend, dass dann besagte Leberkässemmeln in der gleichen atemberaubenden Ungeduld inhaliert wurden. Das grandiose Lebendgewicht-Ergebnis ist bekannt. Der Verlust ebendieser Kilos gelingt durch hudeln jetzt aber gschissenerweise nicht. Also darf ich jetzt Geduld erfahren. Hab ich auch bitter nötig und ich bin sehr bereit mich darauf einzulassen. Ich freu mich sogar auf die Erfahrung.

Die biedere Vorstadt-Depression

In den letzten Tagen hab ich das Hörbuch von Kurt Krömer „Du darfst nicht alles glauben was du denkst“ aufgesaugt. Er berichtet in diesem Buch über seine eigene Depression und den Weg raus. Nach dem Buch fühl ich mich ja fast ein bisschen seelenverwandt, jedenfalls eine tiefe Sympathie, aber vielleicht ist das auch einfach so wenn man selbst mal depressiv war und jemand erzählt wie es ihm ging. Viele Parallelen kann ich euch sagen. Halt ohne die vielen Promis und Exzesse. Ich hatte mehr so eine biedere Vorstadt-Depression, aber eh auch unleiwand. Aber auch der Promi-Depressive berichtet von Stress, Unruhe, getrieben sein und kommt nach seiner Behandlung zum Ergebnis Müßiggang bringt Kraft, Energie und klare Gedanken. Müßiggang und hudeln passen halt nicht zusammen. So gar nicht nämlich. Und so komme ich mehr und mehr zur Erkenntnis, dass „ned hudeln“ ein Mantra ist, das mir sowohl mental als auch physisch neue Perspektiven eröffnet.  

5 Kommentare

  1. Cathrin Dorner

    RegelmäSsige Massnahmen zur ArbeitsKrafterhaltung (Urlaub, Freie Tage, Slothing auf der couch, Teetrinken im Traxl (oder PRosecco) sinD für mich das A und O, wie ich mental und körperlich gesund durch meinen Alltag gehen kann. Dazu ausreichende Zeit für private Arbeit (Haushalt, Einkaufen) und Sport. Und dass die Wochenenden grundsätZlich frei sind ist sowieso klar. WeNn Arbeit am Wochenende, dann anschliessend 2 Tage frei. Das hört sich jetzt an, als ob ich nicht gern und ausserdem ganz wenig arBeiten würde, aber das sTimmt überhaupt nicht. Ich freue mich jeden Tag auFs Büro und arbeite rund 30 Stunden, und zwar super produktiV! Ich bin nur irgendwann draufgekommen, Dass ich nicht mehr 20 bin und auch Nicht Wonderwoman und ich halt nicht nur die ErwerbsarbeIt als Arbeit definieren darf, sondern dass die drei Millionen anderen Pflichten, die ich erfülle, auch Leistung sind.

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    • Daniel - Getting a life

      Ich bin da jetzt auch konsequenter. Bisher wars halt so: Samstag Seminar, Montag wird geblockt. Jemand will den Montagstermin. Ich geb ihn her, weil eh „nur“ für mich. Und schon sitzt du in der Scheiße.

      Bin festen Willens das nicht mehr einreißen zu lassen.

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  2. Ulrike drexler

    MA LEBT NET UM ZU ARBEITEN MA ARBEITET UM (DAVON) LEBEN ZU KÖNNEN… IST OFT VIEL LEICHTER GESAGT ALS GETAN! AM BESTEN IST MA MACHT SICH MAL BEWUSST WAS ES DA NEBEN ARBEITEN NOCH SO ALLES (ZU ERLEBEN) GIBT, DAS DA WÄR: FAMILY FREUNDSCHAFTEN (PFLEGEN) NATUR BÜCHER … UND IM ÜBRIGEN AUCH MAL – GAR NET SO SELTEN – NIX TUN … ALLES LIEBE

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  3. Michael Seidl

    Danke fürs schreiben. einfacH den Text zu lesen hat wieder geholfen „runter“ zukommen und weniger zu hudeln.

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    • Daniel - Getting a life

      Weißt wie es mir taugt, dass der Text offenbar ein paar Leute inspiriert! Danke für die Bestätigung!

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