daniel friesenecker self care im business

Self Care: der deppade Erleuchtungsmoment kommt einfach nicht

Ecken und Kanten gehören zur Selbstfürsorge

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„Ihr müsst eurem Umfeld jetzt möglichst schnell klar machen, dass ihr jetzt Ecken und Kanten habt.“ hat einer meiner Medikcal Mitstreiter vergangene Woche in die Gruppen-Einheit festgestellt. Gemeint war damit, dass es drum geht Grenzen aufzuzeigen, wenn aus dem Umfeld die „wohlgemeinten Aufmunterungen“ nach dem mittelmäßig durchdachten Bauprinzip: „Naja eine Ausnahme wird ja wohl gehen.“ oder „Meinst wirklich, dass du sich so schinden musst.“ zum Besten gegeben wird.

Hätte ich zu der Aussage noch heftiger innerlich genickt, hätt ich mir wohl ein imaginäres Schleudertrauma geholt. Ecken und Kanten. Hab ich auch lange gebraucht mir die zu holen. Nicht, dass ich nicht streitbar wäre. Ganz im Gegenteil, gibt ja ein paar Facebook Posts und Einträge in meiner Vita, die mir wohl eher keine Nominierung für den Friedensnobelpreis einbringen werden. Allerdings sind die allesamt (zumindest im Selbstbild) an die positive Absicht geknüpft Gerechtigkeit, Vorteil für die Gemeinschaft oder moralische Integrität sicherzustellen. Ich selbst, meine tieferen Absichten blieben dabei in der Regel auf der Strecke. Was mich bekannterweise auf die Depressions-Therapie-Couch und in lichtere Gewichtshöhen befördert hat. Von Self Care keine Spur.

leben in balance

Trotz Therapie kein Moment der ErleuchtunG

Wann man da so sitzt. In ruhiger, bedeutungsvoll geschwängerter Atmosphäre in voller Absicht die mentale Gesundheit wieder herzustellen. Vermeintlich ganz bei sich und der Therapeutin das Innenleben im Detailreichtum eines Renaissancemalers mit Wörtern malt, kommt dann natürlich recht viel an die Oberfläche. Allerdings gehst du halt nicht aus so einer Therapiesitzung raus und denkst dir: „Leiwande Gschicht, alles klar! Das ist der Weg aus der Depression. Saudeppad warst in der Vergangenheit. Machst das jetzt halt einfach anders, dann wird alles mega-affen-titten-geil.“ – Wie es eine frühere ekelerregend konservative Ministerin auzudrücken gepflegt hätte. – Kurzum die Erleuchtung schlägt nicht einfach ein.
Wie es Ben Schulz im aktuellen Getting a life Podcast ausgedrückt hat: „Wir sind auf einem Werdeweg.“ Blöde Gschicht. Wieder nix mit alles anders mentale Gesundheit und Wunschgewicht, in einfach und ohne Aufwand. Verdammt!

Veränderung IM Business braucht Gefühle 

Nope, es geht tatsächlich um eine unheimlich träg hatscherte Veränderung. Zumindest in der Eigenwahrnehmung. Also quasi der Endgegner meiner bereits an anderer Stelle beschriebenen, meisterhaft praktizierten Ungeduld. Das gschissene ist dann nämlich auch, dass du so eine schleichende positive Veränderung gar nicht unmittelbar mitschneidest. Sondern erst in einem lichten Moment später drauf kommst: „Hötas nau! Das ist jetzt anders wie es mal war.“ Darum schreibe ich so viel. In der Rückschau komme ich oft drauf, dass da Glaubenssätze nicht mehr da sind, die ich früher als „auszuradieren“ im Notizheftl stehen hatte. Nach vier Jahren Eigen- und an mir verübten Coaching kommt da einiges an Ausradiertem zusammen. Den Typen von vor vier Jahren gibts so nicht mehr. Und trotzdem kommen immer wieder Themen hoch. Scheint wohl so ein lebenslanges lernen Dings zu sein. Also Essig isses mit der einzuschießenden Erleuchtung … und tatsächlich ist das auch gut so.

Dinge dürfen sich verändern. Nach meiner Gründung dachte ich, ich muss allen gefallen die mit mir in Bezug auf mein Business zu tun haben. Sakko, Hemden, Lederschuhe – für meine Verhältnisse das volle Programm. Weil Dienstleister. Kunde ist König. Ein falsches Wort und der potentielle Auftrag ist weg. Ich mochte mich so überhaupt nicht. Schon davor im als Führungskraft im Konzern hat mir das nicht getaugt. Ich Vollidiot! Hat mich nämlich im ersten Schritt an den Rande eines Burnouts geführt, von Freude an meinen Projekten keine Spur mehr. „Alles Idioten rund um mich, ausnahmslos!“, so der den damaligen Alltag prägende Glaubenssatz. Übersehend, dass ich irgendwie ich das Bindeglied zwischen all dem bin. (Auch wenns wirklich ganz objektiv betrachtet auch ein paar himmelschreiend grauslige Arschlöcher in meinem Umfeld gab in der Zeit). 

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wenn das Feuer der Leidenschaft nur mehr glimmt

Wenn die Leidenschaft geht und Die Work-Life Balance dahin ist

Die Intention für die Selbstständigkeit – in meinem Fall Selbstbestimmung – ganz selbstständig untergraben und ein Unlust-Business draus gemacht das ausschließlich das Überleben sicherte. Gift für die Work-Life Balance. Die Leidenschaft auf einen schwach glimmenden Glutstock heruntergedimmt. Es brauchte über ein halbes Jahr, damals mit Begleitung eines Coachs bis ich mein Business so verändert hatte, dass es wieder Spaß gemacht hat. Drei Jahre später ging das ganze Spiel nochmal – diesmal zumindest auf einem höheren Level und deutlich kürzer (Erfahrung rules!) – von vorne los, weil ich alte Muster wieder durchdringen lies. Heute stelle ich mir zu jedem Projekte fünf Fragen, von denen mindestens drei positiv beantwortet werden müssen, sonst mach ich das Scheißprojekt nämlich nicht. 

Vom „gefallen wollen“ zum echten Nutzen

Die Erkenntnis ist nämlich mittlerweile, dass ich Nutzen anbiete, nämlich nur für die die den auch zu schätzen wissen. Früher habe ich mir Eigenschaften und Vorteile überlegt, die Kunden überzeugen sollten, dass ich eh ein voll super erfahrener Social Media Guru bin. Heute gibts eine klare Ansage darüber was ich kann und viel wichtiger was ich nicht kann. Passts? Dann passts! Wenn nicht: auch andere Unternehmen haben schöne Projekte. Vielleicht beim nächsten Mal. Boah nimmt das Anspannung im Business raus! Kann das irgendwer dem Daniel von vor sechs Jahren bitte stecken? Und offen gestanden man sieht den Zeitpunkt der Änderung meiner Einstellung in den Umsatzzahlen. Nein! Das ist kein Rezept für unendlichen Reichtum ohne Arbeit. Hackeln tu ich noch immer. Es gibt auch unspaßige Aufträge, aber im Durchschnitt ist es geiler als damals.

Es ging einmal, es geht ein zweitens, drittes und xtes Mal

Aus genau dieser Erfahrung heraus, habe ich auch gutes Zutrauen in meinen weiteren Weg was die Umstellung nach der Fastenphase angeht. Ich hab schon mal bewiesen, dass ich tiefsitzende Überzeugungen verändern kann. Warum sollte es also jetzt nicht funktionieren. Süßigkeiten wegfräsen hat mich nicht ins Glück geführt. Meistens nicht mal kurzfristig. Also ist die Strategie zum Kübeln. Die Aussicht auf freiwillig bevorzugte gesunde „Alternativen“ (das waren sie zumindest in der Vergangenheit), gegenüber den Transfett-getränkten Völlereien die ich in der Vergangenheit gepflegt habe, ist jedenfalls ein erstrebenswertes Ziel. 

Über Gefühle reden nur Waschlappen

Was erstrebenswert ist verraten uns normalerweise unsere Gefühle. „Ich als Mann über Gefühle reden? Waschlappen!“ … hab ich echt mal geglaubt. Danke liebe Herkunftsfamilie für die Prägung (eine Erkenntnis für die ich der Therapeutin ein paar Hunderter überwiesen hab). Gehts scheißen! Tatsächlich hab ich dieses reinspüren vor allem in der Coaching-Ausbildung langsam lernen müssen, und bin noch immer nicht dort wo ich noch hin möchte. Ich setze mich immer wieder hin, vor allem in schwierigen Phasen und spüre nach wo kommt da jetzt ein Gefühl her, was will es mir sagen und wie kommen wir zwei jetzt in friedlicher, konstruktiver Koexistenz miteinander klar. Hilft Vollgas Entscheidungen zu treffen. „12 Wochen fasten. Voll anstrengend! Kannst du nicht. Du wirst leiden, das willst du nicht. Das drückst du nicht durch.“ wird dank emotionaler Rückmeldung und ein bissl denken (tut meistens sogar gar nicht weh):„Geil! Hast du noch nie gemacht und ist eine echte Chance. Was sind 12 Wochen im Vergleich zu (hoffentlich) schätzungsweise 40 weiteren Lebensjahren. 35 Jahrgänge habens schon gedrückt. Bist du wirklich schwächer wie die anderen Wuzeln?“.

Oft spüren wir eh was grad abgeht, wir hören genau so oft nicht wirklich hin. Was für mich also bisher weichgespülte Gefühlsscheiße war, hat sich unglaublicherweise tatsächlich zu dem entwickelt was es natürlicherweise einfach ist: ein eingebauter Kompass. Voll praktisch. Hätt ich irgendwie gern schon deutlich früher im Werkzeugkasten gehabt. Ihr wissts eh: Herkunftsfamilie, fäkalieren und so. 

Die Dummheit siegt, weil der Klügere nachgibt

Ein Wort zur Diplomatie und Harmonie. An vielen Stellen in meinem Leben hab ich Anerkennung dafür bekommen, dass ich diplomatisches Geschick beweisen konnte. In Nachahmung des pawlovschen Hundes dieses Verhalten immer wieder an den Tag gelegt. Eh super, aber: immer diplomatisch sein, so wie ich es einst betrieben habe, ist vor allem für eine Person nicht recht förderlich, nämlich die die sie walten lässt. Für alle anderen ist es angenehm, weil zum Schluss wer zurücksteckt. Genau diese Diplomatie hat ganz oft dazu geführt, dass ich eigene Bedürfnisse hinten angestellt habe und das Absurdeste, ich hab mich im Moment sogar gut dabei gefühlt, weil Anerkennung und so. Wie die großen Lyriker Fettes Brot schon zum Ausdruck brachten: „Die Dummheit siegt, weil der Klügere nachgibt.“. Meine Erkenntnis dazu: es braucht Klarheit. Klarheit in den eigenen Zielen. Klarheit in dem was man sagt. Klarheit in den eigenen Gedanken. Klarheit in den eigenen Handlungen. Das schmeckt vielleicht nicht immer allen. Das bildet vielleicht eine Opposition, sowohl geschäftlich als auch familiär. Aber ehrlich: Scheiß auf den Friedensnobelpreis. Ecken und Kanten helfen meiner Erkenntnis nach mit das Leben in gesunder Balance für sich selbst zu halten. Das eigene Glück entsteht nun mal in uns selbst und nicht in den Anderen. Wenns also eine gereifte Erkenntnis – ganz ohne Erleuchtungsmoment – aus den letzten Jahren gab, dann das es die Selbstfürsorge (neuerdings Self Care) verlangt Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Das machen die anderen nämlich in der Regel nicht für einen. Das einmal ehrlich durchgespürt gibts wohl keinen Weg mehr zurück. 

 

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