opferrolle mindset abnehmen

Suder ned, du Opfer!

Ein selbstgewähltes Schicksal. Arsch zam zwicken und gemma!

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Fastenwoche vier. Es läuft. Die Kilos gehen dahin und ich nehme es als gegeben hin, dass ich halt bei den Dingen da am familiären Esstisch dargeboten werden nicht zugreifen kann (und will). Das Ziel ist das Ziel und ich hab mich über Monate festgelegt, dass ich das durchziehe. Komme. Was. Wolle. Mit 40 bin ich stabil aus der Adipositas heraußen, ein aktiver Papa und lebe ein ausgeglichenes, glückliches Leben.

Die Strategien dafür zu entwickeln und tatsächlich zu integrieren, dafür habe ich also noch 10 Monate Zeit. Quasi de Grundstein für Lebenshälfte #2. Es ist eine Phase der Zäsur und positiver Veränderung und das will ich genießen. Drum blende ich Suderei konsequent aus und gehe all jenen aus dem Weg, die mich an ihrem alltäglichem Leiden liebend gern teilhaben lassen wollen.

Das geht einigen meiner Mitstreiter:innen nicht ganz so. Gerade Ostern war natürlich da und dort eine Probe aufs Exempel. Gut so! Weil wenn das hier jetzt klappt passt der Weg. Härter wirds nimmer. Ich hab meine Sackerl-Kost den Verführungen vorgezogen, aus freiem Willen. Perfekt! Wenn man aber wollen würde, kann man da leiden. Sich selbst bedauern, dass man da halt beim lukullisch Gebotenen dieses Jahr gar nicht zugreifen darf. Natürlich wär mir ein Festtagsmenü auch lieber als meine ewig gleichen Optifast-Sackerln, aber mich selbst zu bedauern geht halt am Ziel vorbei.
Erstens bringts mir nix. Mein Schicksal ist ein Selbstgewähltes (niemand hat mich ins Medikcal Programm gezwungen, oder mich jahrelang zum Fressen animiert – hab ich ganz allein hingebracht) und was sind ein paar Wochen (zugegeben radikaler) Verzicht im Vergleich zu den vielen, vielen Jahren im Übermaß. Und das hat mich auch nicht zu einem Leben in Zufriedenheit gebracht. Also Arsch zam zwicken und gemma!
leben in balance

Opfer sein ist voll geil!

Zweitens brächte ich mich selbst in die Opferrolle. Die ist zwar bequem, weil das Opfer ist ja in der Regel die Person die man bemitleidet, der man Verständnis entgegen bringt, ja Zuneigung zeigt. Herrlich! Beachtung für die unglaublichen Leiden die da gerade durchzustehen sind. Nur bin ich hier weder das Opfer, noch hat es (auf mich – ich kann nicht für andere sprechen) keinen wirklichen Effekt, verzichten darf ich trotzdem, Mitleid hin oder her. Die Opferrolle ist auch deswegen bequem, weil ich einen Teil der Verantwortung abgebe. Ich muss, ihr dürft. Ich arm, ihr glücklich. Ich leide, ihr genießt. Been there, done that.

Die abgeschwächte Form ist dann das Sudern. Hach, es ist soooo schwierig. Das Fasten dauert noch sooo lange. Es ist alles ganz furchtbar. Was passiert dabei? Ich vertiefe diese Glaubenssätze immer weiter und glaub den Dreck irgendwann tatsächlich. Und dann wirds wirklich schwierig, langwierig und furchtbar. – Kann ich nicht brauchen, mach ich nicht mit.

Von der Funsn die mir fast den Tag versaut hätte.

Wenn ich in den letzten Jahren etwas gelernt habe dann, dass es eine Frage von selbstgewählten Blickwinkeln ist. Gerade diese Woche hab ich das selbst an mir wieder erprobt. Ich habe eine Trainerbewertung bekommen, alle Teilnehmer:innen bis auf eine gaben mir Bestnoten. Nur die Eine wollte mir eins reinwürgen, für ein offenes fachliches Feedback das ihr nicht geschmeckt hat. Nämlich die Teilnehmerin die bereits am ersten Seminartag dadurch mein Herz im Sturm eroberte indem sie die Schokolade – die ich jedem Teilnehmer als Willkommensgeschenk auf den Tisch gelegt hatte – mit „damit wir so eine Figur bekommen wie du“ kommentierte und in den kommenden Monaten nicht müde wurde gebetsmühlenartig zu betonen sie sei eine provokative Person und eckt halt immer wieder an (eine klassische Self-fulfilling Prophecy). Jetzt hätte ich mich natürlich auf diese eine negative Bewertung, die Destruktivität in Reinform zum Ausdruck bringen wollte, fokussieren können. Offen gestanden tat ich das in den ersten 5 Minuten auch, dann kam mein eigenes Korrektiv: es war zu erwarten, dass das so laufen wird. Wer ein provokatives Selbstbild von sich propagiert, und sich diese Glaubensätze ständig selbst einimpft, wird jede Möglichkeit nutzen das zum Ausdruck zu bringen. Allein schon zwecks der Selbstbestätigung.
Der Rest der Gruppe war höchst zufrieden gewesen und in meinen fast 10 Jahren Trainer-Dasein gab es praktisch keine Kursbewertungen unter 90% Teilnehmerzufriedenheit – also schätzungsweise 900 bis 1200 Personen fanden es bisher geil was ich in meinen Kursen abliefere. Lassen wir die destruktive Gurke also gurken, Erkenntnis um etwas besser zu machen lässt sich aus der zerstörerischen Aktion ohnehin nicht ziehen und ich lasse toxische Menschen nicht (mehr) meinen Tag beeinflussen. Herzlichen Dank an meine Therapeutin der ich diese Überzeugung zu verdanken habe. Selbst wenn ich wollte, könnte ich nix draus ziehen was irgendwie hilfreich wäre. Fokus verstellt und auf die restliche Bewertung geschaut. Gut ist. Vor allem die Stimmung.

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Tyrone Briggs – Victorious

I’m in it just to re-write history, cuz I’m in the mood to

Das Schöne ist, dass man seine Empfindung steuern kann. Klingt immer furchtbar abgehoben (und für ungeübte Ohren auch ein bissl schräg), aber stimmt wirklich.
Zum Beispiel über das was Tony Robbins die neuroassoziative Konditionierung nennt. Verzichten wir auf die gescheiten Fachbegriffe, geht es einfach darum welchen Blickwinkel ich  zu Situationen wähle und sprachlich zum Ausdruck bringe.
Beispiele gefällig?

Ich bin so arm weil ich fasten muss.
ODER
Ich gebe meinem Körper die Möglichkeit sich neu auszurichten.

Ich bin so im Stress.
ODER
Ich bin sehr gefragt.

Ich kriege zu wenig zu Essen.
ODER
Ich halte Maß zum Wohle meiner Gesundheit, davon profitiere ich langfristig.

Ich werde zu unrecht kritisiert.
ODER
Ich bekomme die Möglichkeit mit einem neuen Blickwinkeln zu reflektieren.

Das ist kein substanzloser „denke-positiv“ Kalenderspruch-Scheiß. Lies die Sätze nochmal und spür aufrichtig rein welches Gefühl sie dir machen. Dann entscheide für dich  was in schwierigen Situationen zu konstruktiven und für das eigene Leben nachhaltigeren Sichtweisen, aus denen sich dann ja die Strategien ableiten führt. 

Ich stehe jetzt bei etwa 1/4 meines Gewichtsziels und hab noch mindestens 16 Wochen die Optifast-Sackerl als tägliche Begleiter in meinem Leben.

Ich hab nicht vor mir diese Zeit damit zu versauen, dass ich mir ständig selbst leid tue.

Viel geiler ist es, dass ich 10kg leichter bin als vor knapp vier Wochen, in Hemden passe die ich aus Wampen-Gründen sicher 1-2 Jahre nicht mehr getragen hab und auf Fotos bemerke, dass mein Gesicht schmäler wird.

Der Gusto wird mich auch weiter begleiten, allerdings ist der Mindfuck nur so groß wie ich es ihm erlaube.

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